Ein Tourbus, durch den ein Tunnel geht
© Lukáš Rittstein

Lukáš Rittstein: Tour

Die Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigt ein außergewöhnliches Kunstwerk mit dem Titel „Tour“ des tschechischen Bildhauers Lukáš Rittstein auf der Brühlschen Terrasse.

  • Laufzeit 23.06.2011—16.10.2011

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Dresden bildet den Auftakt einer einjährigen Weltreise der Skulptur in Form eines Reisebusses, die nach der Aufstellung im DOX Centre for Contemporary Art in Prag erstmals das Museum verlässt. Die Installation wird noch bis zum 30. September 2011 auf der beliebten Flaniermeile Dresdens zu sehen sein, bevor sie die Reise um den Globus fortsetzt.

Indem Rittstein, einer der bekanntesten zeitgenössischen Bildhauer Tschechiens, mit „Tour“ Orte ansteuert, die normalerweise für den Autoverkehr nicht zugänglich sind, spielt er mit den Sehgewohnheiten der Passanten und regt sie zur Auseinandersetzung mit seiner Arbeit an.

Die Idee für „Tour“ entstand nach Expeditionen auf die Insel Neuguinea. Besucher können die Skulptur betreten und im Innenraum auf Polstersitzen Platz nehmen. Ein Stahlrohr durchdringt das Dach und die Frontscheibe des Busses. „Obwohl die Plätze eine spektakuläre Aussicht bieten könnten, bleibt der Blick in Fahrtrichtung versperrt. Sinn und Ziel der Zeitreise auf dem Planeten Erde sind unbekannt“, erklärt Rittstein. Stattdessen können die Passagiere auf zwei Fernsehern einen ethnographischen Dokumentarfilm des tschechischen Anthropologen Leopold Pospíšil über eine Zwangsheirat in Neuguinea sehen.

Zwischen 1997 und 2008 reiste Rittstein gemeinsam mit der tschechischen Fotografin und Malerin Barbora Šlapetová in mehreren Etappen nach Neuguinea und dokumentierte den ersten Kontakt mit indigenen Stämmen, die dort bis heute vollkommen isoliert leben. „Tour“ ist eines von vielen Kunstwerken, in denen er sich mit dem Alltag der Bevölkerung Neuguineas auseinandersetzt und ihre Lebensweise unserer eigenen Kultur gegenüberstellt. Er befragt sie trotz offensichtlicher Unterschiede nach vergleichbaren Traditionen und greift mit seinen Arbeiten bewusst in die bestehenden Verhältnisse ein.

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